Die A-fair-Lizenzbestimmungen
(Version 1.03d Version 1.02d Änderungen und Historie)

a) Einführung - Fairness - Bindungswirkung
  • Diese Bestimmungen regeln die Nutzungs- und Verwertungsrechte in Bezug auf Informationen, die über einen A-fair-Service angeboten werden. Die A-fair-Lizenz bindet drei beteiligte Parteien: Autor, Anwender und A-fair-Service.
  • Die Rechte und Pflichten der beteiligten Parteien sind aus dem der A-fair-Lizenz zugrunde gelegten Fairness-Prinzip abgeleitet. Im Zweifelsfall ist dieses Prinzip bei der Auslegung der Lizenzbestimmungen heranzuziehen.
  • Die A-fair-Lizenz ersetzt und ergänzt eine sehr große Zahl gesetzlicher Vorschriften. Sie wurde für viele verschiedene Fallkonstellationen und für eine weltweite Nutzung entworfen. Sollte eine Klausel der A-fair-Lizenz geltendem Recht widersprechen, ist diese unwirksam, und sie ist so umzudeuten, dass dieser Widerspruch aufgelöst wird.
  • Diese Lizenzbestimmungen enthalten eine Verpflichtung zum fairen Umgang miteinander. Unabhängig davon, ob die Bestimmungen vor Gericht einklagbar sind, sollen sie von allen Parteien geachtet werden.
    Bei einem (vermuteten) Verstoß gegen diese Bestimmungen soll auf juristische Auseinandersetzungen verzichtet werden.
  • Spätere Versionen der A-fair-Lizenzbestimmungen müssen so gestaltet werden, dass sie dem Geist dieser Bestimmungen nicht widersprechen. Vorschläge zu solchen Änderungen müssen mit den Entwicklern der A-fair-Lizenz (http://www.a-fair.de/) abgestimmt werden. Später kann für diesen Zweck eine eigene (unabhängige) Organisation gegründet werden.


 

b) Rechte des Autors
  • Ein Autor hat ein Recht darauf, dass sein Name sowie ein Verweis auf die Veröffentlichung bei einem A-fair-Service bei jeder Verwendung seiner Werke in zumutbarer Weise genannt wird.
  • Der Autor hat das Recht, die ihm zustehenden Vergütungen durch den A-fair-Service umgehend ausgezahlt zu bekommen. Er hat das Recht, die Auszahlung von Vergütungen im Einzelfall abzulehnen. Den Umgang des A-fair-Services mit dieser Vergütung regeln dessen Geschäftsbedingungen.
  • Der Autor hat das Recht, die A-fair-Lizenzbestimmungen durch eigene Bestimmungen zu ergänzen, die das Fairnessprinzip nicht verletzen. Diese gehen den A-fair-Lizenzbestimmungen vor, wenn der Autor den Anwender in zumutbarer Weise auf seine eigenen Bestimmungen aufmerksam macht. Dies gilt besonders für Bestimmungen, die die Zahlung von Vergütungen und die Verwertung der veröffentlichten Informationen betreffen.
c) Pflichten des Autors
  • Der Autor sichert zu, dass die Veröffentlichung seiner Informationen unter seinem Namen weder rechts- noch sittenwidrig ist.
    Sollte sich herausstellen, dass wider besseres Wissen die Veröffentlichung der Informationen rechts- oder sittenwidrig war, darf er seine Informationen nicht weiter unter A-fair-Lizenz anbieten.
  • Der Autor gestattet dem A-fair-Service bis auf weiteres die Veröffentlichung des Standorts der betreffenden Informationen, seiner Identität und der vom A-fair-Service gezahlten Vergütung.
  • Er muss bei der Veröffentlichung seine Quellen nach bestem Wissen offenlegen und soll einen angemessenen Anteil der vom A-fair-Service erhaltenen Vergütungen als Anwender über einen A-fair-Service an die Autoren seiner Quellen verteilen, sofern diese ebenfalls unter A-fair-Lizenz veröffentlicht haben. Das soll auch geschehen, wenn die betreffenden Informationen auf sonstige Weise unentgeltlich erlangt wurden und die Autoren vergleichbare Möglichkeiten anbieten, sie angemessen finanziell zu vergüten.
  • Der Autor verweist im Rahmen seiner Veröffentlichung an auffälliger Stelle auf die A-fair-Lizenz und den betreffenden A-fair-Service (zum Beispiel durch einen WWW-Link).
  • Er versichert, die Vergütungen, die er vom A-fair-Service erhält, nach den für seinen Wohnort gültigen Gesetzen zu versteuern.


 

d) Rechte des Anwenders
  • Der Anwender hat das Recht zur unbeschränkten Nutzung und Verwertung der angebotenen Informationen.
  • Er kann entscheiden, wie stark er von den genutzten Informationen profitiert und wie er den Autor vergütet. Er kann entscheiden, ob er die Zahlung der Vergütung beim A-fair-Service - wie empfohlen - öffentlich macht.
  • Er hat das Recht, mit dem Verweis auf die vom A-fair-Service veröffentlichten Daten zu werben.
e) Pflichten des Anwenders
  • Wenn der Anwender von der Information des Autors materiell profitiert, muss er den Autor mit einen angemessenen Teil des eigenen Profits vergüten. Diese Vergütung ist zur Vermittlung an einen vom Autor gewählten A-fair-Service zu zahlen.
  • Wenn ein Anwender durch die Information des Autors immaterielle Vorteile (Zeitersparnis, Wissensgewinn, Vergnügen) hat oder andere Ausgaben einspart, muss er dem Autor eine angemessene Vergütung zahlen, diese kann er den eigenen finanziellen Verhältnissen anpassen.
  • Entwickelt der Anwender die Information weiter oder ändert sie ab, um sie selbst zu veröffentlichen, soll er sie unter A-fair-Lizenz anbieten und muss den Autor der Vorgängerversion mit einem angemessenen Anteil an Autorenvergütungen (oder anderen entsprechenden Einnahmen) beteiligen.
  • Besonders bei den vorigen drei Punkte sind im Sinne der A-fair-Lizenz Abschwächungen oder Ergänzungen durch Zusätze des Autors möglich. Zum Beispiel erfordert die GNU Public License der GNU Free Software Foundation u. a. das Offenlegen der Quelltexte, verbietet aber die Verpflichtung zu Zahlungen an die Autoren, so dass auch bei offensichtlichem Profit des Anwenders das Zahlen von Anwendervergütungen freiwillig ist. Eine Kombination der A-fair-Lizenz mit der GPL oder ähnlichen Lizenzen ist sinnvoll, wenn sie von Autor, Anwender und A-fair-Service als fair empfunden wird.
  • Der Anwender weist bei jeder Anwendung und Weiterentwicklung der über den A-fair-Service bezogenen Information auf den Autor und den A-fair-Service hin.
  • Der Anwender berechtigt den A-fair-Service zur Veröffentlichung der Anwendervergütung, wobei der Name des Anwenders auf ausdrücklichen Wunsch unveröffentlicht bleiben kann.


 

f) Rechte des A-fair-Service
  • Der A-fair-Service kann die Veröffentlichung bestimmter Informationen ablehnen oder nachträglich kündigen. Er trägt nicht die Verantwortung für rechts- oder sittenwidrige Inhalte, solange er nicht vor ihrer Veröffentlichung von der Rechts- oder Sittenwidrigkeit der Informationen glaubhaft erfahren hat.
  • Er darf auf die Angaben zur Identität des Autors vertrauen. Er übernimmt keinerlei Verantwortung für die Richtigkeit der veröffentlichten Informationen.
  • Der A-fair-Service hat das Recht, für seinen Aufwand für Veröffentlichung der vom Autor angebotenen Werke und des Nachweises der gezahlten Vergütungen, sowie für die Verwaltung der Vergütungen einen fairen Anteil an den Vergütungen einzubehalten.
  • Er hat das Recht, die angebotene Information sowie die Dokumentation der Vergütungen in fairer Weise darzustellen.
  • Der A-fair-Service darf auf die Angaben zur Identität des Anwenders vertrauen.
  • Er hat das Recht, als Gegenleistung für die Zahlung des Anwenders angemessen für diesen zu werben.
g) Pflichten des A-fair-Service
  • Der A-fair-Service veröffentlicht den Standort der Informationen (z.B. als Verweis) oder die Informationen selbst sowie die Identität des Autors. Er bemüht sich, in angemessener Form für den einzelnen Autor zu werben.
  • Die Form und den Zeitpunkt sowie die Dauer der jeweiligen Veröffentlichung regelt der A-fair-Service in seinen Geschäftsbedingungen. Diese Geschäftsbedingungen müssen mit der Gründung eines A-fair-Services vorliegen und dürfen keine Widersprüche zu diesen Lizenzbestimmungen enthalten.
  • Der A-fair-Service hat die Pflicht, die eingehenden Vergütungen fair zu verwalten und auf dem in den Geschäftsbedingungen vereinbarten Weg weiterzugeben. Der Verbleib der Zahlungen wird vom A-fair-Service lückenlos dokumentiert und veröffentlicht. Dabei wird er auch die Herkunft der Gelder offenlegen, wenn dies der zahlende Anwender nicht ausdrücklich untersagt.
  • Der A-fair-Service muss bei der Veröffentlichung von Informationen die Rechte Dritter berücksichtigen, sobald ihm diese bekannt werden.
  • Der A-fair-Service verzichtet darauf, die Fairness eines Autoren oder Anwenders zu beurteilen oder zu kommentieren.
  • Er geht unter keinen Umständen juristisch aktiv (als Kläger) gegen den Autor vor.
  • Der A-fair-Service bemüht sich, in angemessener Form für den einzelnen Anwender zu werben.
  • Er geht unter keinen Umständen juristisch aktiv (als Kläger) gegen einen Anwender vor.
  • Der A-fair-Service nutzt selbst die A-fair-Lizenz und vergütet deren Autor (a-fair.de GbR) über einen A-fair-Service in angemessener Weise.

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